Unterschied zwischen Datenschutz und Datensicherheit einfach erklärt

Letztes Update:
08.04.2026
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Datensicherheit und Datenschutz sind keine Synonyme, sondern zwei wichtige Aufgaben für Unternehmen. Erfahren Sie, wie Sie beide Bereiche sauber unterscheiden und effizient umsetzen können.
Unterschied zwischen Datenschutz und Datensicherheit einfach erklärt
Die wichtigsten Erkenntnisse
  • Datenschutz schützt personenbezogene Daten und ist durch DSGVO und BDSG geregelt.
  • Datensicherheit bezieht sich auf den Schutz aller Daten vor Verlust, Manipulation und unbefugter Offenlegung.
  • Unternehmen müssen Datenschutz und Datensicherheit beachten, um Risiken wie DSGVO-Bußgelder, Haftung oder Ausfälle  zu reduzieren.
  • Datenschutzregeln bestimmen, „wann“ und „wie“ Daten verarbeitet werden dürfen.
  • Datensicherheit erfordert: Maßnahmen zum Schutz der Daten vor Missbrauch und Verlust.

Was versteht man unter Datenschutz und Datensicherheit?

Bei den Begriffen Datenschutz und Datensicherheit besteht Verwechslungsgefahr, obwohl beide Bereiche unterschiedliche Ziele verfolgen. Unternehmen sollten beides sicherstellen, damit Kunden, Partner und Behörden zufrieden sind.

Die folgende Tabelle stellt die wichtigsten Fakten zu Datenschutz und Datensicherheit gegenüber:

| | Datenschutz | Datensicherheit | | :--- | :--- | :--- | | **Worum geht es?** | Schutz von personenbezogenen Daten | Sicherheit von Daten allgemein | | **Welche Daten?** | Daten, die sich auf eine natürliche Person beziehen | personenbezogene und Unternehmens-/Betriebsdaten, Geschäftsgeheimnisse, Finanzdaten usw. | | **Ziel** | Schutz des allgemeinen Persönlichkeitsrechts betroffener Personen
Schutz der Grundrechte und Grundfreiheiten natürlicher Personen | Gewährleistung von Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit | | **Grundlagen** | Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) und Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) | Standards wie ISO/IEC 27001 und praktische Sicherheitsmaßnahmen wie Datensicherung und technischer Schutz vor Datenverlust |

Gut zu wissen: Datensicherheit ist ein Teilbereich der Informationssicherheit. Im Blog lesen Sie, wie sich Datenschutz, Informationssicherheit und IT-Sicherheit unterscheiden.

Was sind die wichtigsten Unterschiede zwischen Datenschutz und Datensicherheit?

Datenschutz und Datensicherheit werden im Alltag oft zusammen genannt, verfolgen jedoch unterschiedliche Schwerpunkte.

eim Datenschutz geht es vor allem darum, wann und wie personenbezogene Daten, also Daten von natürlichen Personen, verarbeitet werden dürfen.

Datensicherheit hingegen lässt sich nicht immer eindeutig definieren, weil eine klare Abgrenzung zu ähnlichen Bereichen wie der IT-Sicherheit nicht in jedem Detail möglich ist. Der Begriff erklärt sich aber weitgehend aus sich selbst: Es geht darum, Daten „sicher zu machen“ und sie vor unbefugten Zugriffen zu schützen.

Praxisbeispiel zu Datenschutz vs. Datensicherheit

Um die Unterschiede in der Praxis greifbar zu machen, helfen zwei Leitfragen:

👉 Datenschutz: Darf ich bestimmte (personenbezogene) Daten zu einem bestimmten Zweck verarbeiten?

👉 Datensicherheit: Mit welchen Maßnahmen schütze ich die erhobenen Daten?

Fragen Sie sich also zum Beispiel, ob Sie über den Familienstand Ihrer Kunden Daten erheben dürfen, handelt es sich um eine Datenschutzproblematik. Ist die Frage dagegen, wie Sie dafür sorgen können, dass nur berechtigte Mitarbeiter auf die Daten über den Familienstand Ihrer Kunden zugreifen können, betrifft das die Datensicherheit.

Welche Rolle spielen Datenschutz und Datensicherheit im Unternehmen?

Obwohl Unternehmen sowohl Datenschutz als auch Datensicherheit beachten müssen, stehen die Themen aufgrund ihrer Komplexität im Geschäftsalltag oft hinten an. Dabei sind beide Bereiche gleich wichtig und das Ergreifen entsprechender Maßnahmen zur Umsetzung von nicht zu unterschätzender wirtschaftlicher Relevanz. Denn Verstöße können zu Abmahnungen, hohen DSGVO-Bußgeldern und sogar Imageverlusten führen.

Viele Maßnahmen greifen ineinander: Gute Datensicherheit unterstützt den Datenschutz erheblich und umgekehrt. Beispielsweise sind bei der Erstellung von Kundendatensätzen nicht nur die Grundsätze des Datenschutzes zu beachten, sondern auch einige Sicherheitsfragen: Wer darf darauf zugreifen? Mit welchen konkreten Maßnahmen kann man diese (Kunden-)Daten vor unbefugten Zugriffen schützen?

Trotzdem sind für beide Bereiche eigene Prozesse, Nachweise und Verantwortlichkeiten erforderlich. Genau hier hilft ein zentrales Management: Wenn Verarbeitungen, Zuständigkeiten und Aufgaben an einem Ort dokumentiert und gepflegt werden, sinkt der Aufwand und Sie sind im Auditfall oder bei einem Datenschutzvorfall deutlich schneller auskunftsfähig.

So setzen Unternehmen Datenschutz und Datensicherheit sauber um

Je nach Art und Sensibilität der Daten, die Unternehmen verarbeiten, sind verschiedene Datenschutzmaßnahmen erforderlich, die in einem Datenschutzkonzept dokumentiert sein sollten. Wichtig ist zum Beispiel, die passende Rechtsgrundlage festzulegen, bevor Daten verarbeitet werden, und die Schulung der Mitarbeiter in Puncto Datenschutz.

Unterstützung beim lückenlosen Datenschutz erhalten Unternehmen durch einen Datenschutzbeauftragten, dessen Ernennung für viele Organisationen verpflichtend ist und der intern oder extern ernannt werden darf.

Welche Datensicherheitsmaßnahmen müssen Unternehmen ergreifen?

Datensicherheitsmaßnahmen im Unternehmen sind Aktionen, mit denen mit denen Unternehmensdaten und personenbezogene Daten erhobene personenbezogene Daten geschützt werden. In Bezug auf digitale Daten zählen dazu zum Beispiel die folgenden:

  • Verschlüsselung von Daten
  • Verwendung einer Cloud mit passenden Zertifizierungen wie ISO 27001 und ggf. C5 sowie einem sauberem Berechtigungskonzept
  • Vermeidung von unsicherem Datenaustausch per E-Mail – wählen Sie dafür gesicherte Server (Nutzung eines verschlüsselten Kommunikationskanals)
  • Kontinuierliche Auswertung der Logfiles und Monitoring Ihres Unternehmens-Servers
  • Viren- und Firewallschutz (gilt auch für mobile Geräte)
  • Bewertung gemeinsam benutzter Infrastrukturen (z.B. Server) mit Geschäftspartnern
  • Patch-/Vulnerability-Management
  • Bei einer Nutzung von privaten Geräten BYOD – Bring your own device: Einbindung in das IT-Sicherheitskonzept, zentrale Administration, Einsatz von Container-Lösungen.

All diese Punkte werden unter den technischen und organisatorischen Maßnahmen (TOM) abgebildet und umfassen auch den Schutz analoger Daten. Hierzu zählen Maßnahmen wie:

  • Zutritts- und Zugangskontrollen mit abschließbaren Aktenschränken
  • Verwendung von Aktenvernichtern mit einer angemessenen Sicherheitsstufe (Orientierung kann hierbei die DIN 66399 geben)
  • Protokollierung von Benutzeraktivitäten in Systemen (Eingabekontrolle)

Je nach Größe und Komplexität des Unternehmens ist es empfehlenswert, IT-Spezialisten als Datensicherheitsexperten anzustellen, die sich um die technische Sicherheit aller Daten innerhalb eines Unternehmens kümmern.

Bei Proliance unterstützen Sie Experten, die sowohl in Sachen Datenschutz als auch Datensicherheit wissen, welche Maßnahmen für Ihr Unternehmen relevant sind.

Häufige Fragen

Sie haben noch Fragen? Wir haben die Antworten

Was ist der Unterschied zwischen Datenschutz und Datensicherheit?

Datenschutz schützt personenbezogene Daten und ist durch DSGVO und BDSG geregelt. Er legt fest, wann und wie Daten verarbeitet werden dürfen. Datensicherheit schützt Daten allgemein vor unbefugtem Zugriff und zielt auf Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit ab, etwa nach ISO/IEC 27001 plus Maßnahmen wie Datensicherung. Die Experten von Proliance bringen Know-how in beiden Bereichen mit und unterstützt Sie gern dabei.

Warum müssen Unternehmen Datenschutz und Datensicherheit beachten?

Unternehmen sollten Datenschutz und Datensicherheit sicherstellen, damit Kunden, Partner und Behörden zufrieden sind. Verstöße können zu Abmahnungen, hohen Bußgeldern und Imageverlusten führen. Oft gehen beide Themen Hand in Hand und lassen sich zentral managen, etwa in einem zentralen Datenschutzmanagementsystem, wie Proliance es bietet.

Welche Maßnahmen gehören zur Datensicherheit im Unternehmen?

Zu Datensicherheitsmaßnahmen zählen unter anderem Verschlüsselung, Nutzung einer sicheren zertifizierten Cloud, gesicherter Datenaustausch über verschlüsselte Kommunikationskanäle, Logfile-Auswertung und Monitoring sowie Viren- und Firewallschutz. Diese Punkte werden als technische und organisatorische Maßnahmen (TOM) abgebildet, inklusive Zutritts- und Zugangskontrollen und Aktenvernichtung.

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Mit ihrer Content-Erfahrung unterstützt Sabrina das Team von Proliance dabei, komplexe Themen verständlich zu kommunizieren. Als freie Autorin kennt sie die Datenschutzbedürfnisse unterschiedlicher Branchen und übersetzt selbst anspruchsvolle Informationen in zielgruppengerechte Inhalte.
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